Kundgebung


Wir bedanken uns bei allen Redner:innen und Teilnehmenden bei unserer Kundgebung am 08. Mai 2021 am Wilhelm-Leuschner-Platz, Leipzig

Am 08 Mai haben wir unsere Kundgebung vor der Dimitroffwache auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz abgehalten. Schon eine halbe Stunde nach Kundgebungsstart um 14:30 war klar, dass wir die angemeldete Teilnehmerzahl von 750 Leuten übersteigen werden und mit der Zeit haben sich dann ungefähr 1000 Teilnehmende eingefunden. Der Tag und der Ort war nicht zufällig gewählt. Denn es war uns wichtig am Tag der Befreiung vom Nazifaschismus daran zu erinnern, dass die Entnazifizierung der Sicherheitsbehörden noch lange nicht ausreichend begonnen hat. Deshalb haben wir den Wilhelm-Leuschner-Platz vor der Hauptwache der Polizei Leipzig gewählt.
Hier residiert die Sicherheitsbehörde Polizei, welche sich nochmal von den vielen, vielen Skandalen der Sicherheitsbehörden in Sachsen durch eigene Skandale besonders abhebt.

Am 08 Mai haben wir unsere Kundgebung vor der Dimitroffwache auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz abgehalten. Schon eine halbe Stunde nach Kundgebungsstart um 14:30 war klar, dass wir die angemeldete Teilnehmerzahl von 750 Leuten übersteigen werden und mit der Zeit haben sich dann ungefähr 1000 Teilnehmende eingefunden. Der Tag und der Ort war nicht zufällig gewählt. Denn es war uns wichtig am Tag der Befreiung vom Nazifaschismus daran zu erinnern, dass die Entnazifizierung der Sicherheitsbehörden noch lange nicht ausreichend begonnen hat. Deshalb haben wir den Wilhelm-Leuschner-Platz vor der Hauptwache der Polizei Leipzig gewählt.
Hier residiert die Sicherheitsbehörde Polizei, welche sich nochmal von den vielen, vielen Skandalen der Sicherheitsbehörden in Sachsen durch eigene Skandale besonders abhebt. 

Diese gehen von der Fahrradaffaire bis zu extrem rechten Tendenzen und Bezügen in der Truppe. Zahllose „Einzelfälle“ machen uns immer wieder auf erschreckende Weise klar wie es um die Sicherheitsbehörden in Leipzig, Sachsen und Deutschland gestellt ist. Und hier wollten wir ein Zeichen setzen.

Besonderen Stellenwert bekommt die auch dort ansässige Soko Linx, welche sich ungeachtet unzähliger rechter Gewalttaten und Terroranschläge zur Aufgabe gemacht hat Linke Aktivist:innen zu verfolgen und einzuschüchtern. Hierfür lässt sie sich auch mal von vorbestraften Rechtsextremen wie Enrico Böhm und seiner Lebensgefährten durch ein angefertigtes Dossier über angebliche Linke helfen, welche sie seit Jahren nutzen, wie jüngst „der Kreuzer“ berichtete. Die Grenzen zwischen Rechtsextremen und Sicherheitsbehörden verschwimmen hier einmal besonders.
Dies konnten wir auch auf unserer Kundgebung zeigen. Mit einer anfänglichen Tonaufnahme und Gruß an das Bündnis #EntnazifizierungJetzt von Esther Bejarano begann unsere Kundgebung. In rührenden und kämpferischen Worten zugleich, führte die Überlebende des KZ Ausschwitz nachvollziehbar aus, dass die Entnazifizierung der Sicherheitsbehörden in der Bundesrepublik leider nie stattgefunden hat. „Wir haben das große Schweigen nach 1945 erlebt – und wie das Unrecht […] akzeptiert wurde. Dann erlebten wir, wie Nazi-Verbrecher davonkommen konnten – als Richter, Lehrer, Beamte im Staatsapparat und in der Regie­rung. Wir lernten schnell: die Nazis waren gar nicht weg.“


Dann begann der erste Redebeitrag der Soligruppe „Freheit für Lina“, welcher die SokoLinx weiter unter Druck setzte. Dieser kritisierte zurecht die sexistische und unseriöse Berichterstattung der Springer-Presse sowie die Geschichte der Soko LinX. Am Ende machten sie nochmal auf den Bedarf weiterer Unterstützung und Solidarität aufmerksam.  
Dann zog sich der Faden weiter von dem Beitrag von Leipzig nimmt Platz über den Verfassungsschutz. Dieser machte wieder einmal allzu sehr deutlich wie rechts durchdrungen diese Behörde ist und dass sie sofort abgeschafft werden muss. Dies zeigten vor allem die Ausführung über die Verstrickung mit der Rechtsextremen Terrororganisation NSU.


Dann gab der SDS Leipzig einen Beitrag über die rechtsextremen Verstrickungen der Eliteeinheiten SEK und MEK-Sachsen, welche wiederholt mit Munitionsskandalen bis hin zur öffentlichen Zurschaustellung von Nazidevotionalien der Öffentlichkeit bekannt wurden.


Anschließend begann das Solikomitee1007 mit ihrem Redebeitrag. Das Solikomitee gründete sich als die Polizei am 09. Juli 2019 einen ‚Freund und Nachbar‘ in Leipzig abschieben wollte und dann mit Tränengas und Schlagstöcken gegen die 500 Menschen vorging, welche spontan versuchten die Abschiebung zu verhindern. Daraufhin wurde von den Straf- und Justizbehörden versucht die Nachbar:innen zu kriminalisieren, die sich gegen die unmenschliche Abschiebung solidarisiert hatten. Wir von wirsindallelinX stehen entschlossen hinter dem Solikomitee und wünschen euch weiterhin viel Kraft und Erfolg in eurem Kampf gegen die rechten Sicherheitsbehörden.


Die Unmenschlichkeit von Abschiebungen machte auch der nächste Redebeitrag von Diversif deutlich. Diversif ist ein Zusammenschluss von People of Color in Leipzig. Sie nahmen Bezug auf den Zusammenhang zwischen Abschiebungen und Suizide.
Um den ganzen Verstrickungen und dem nicht zu akzeptierenden Status quo eine Perspektive zu geben begann der nächste Block. Hier machte die neu gegründete Initiative Wöller Rücktritt auf die lange Historie der vielen Skandale des sächsischen Innenministers Roland Wöller aufmerksam und forderte erneut dessen Rücktritt. Dieser Forderung können wir als Antifaschist:innen natürlich nur zustimmen. Für eine detaillierte Chronik über IM Wöllers bisherige Amtsgeschäfte und Verfehlungen und wieso Wöller weg muss lest ihr auf woeller-ruecktritt.de.


Als letztes trat dann noch die Gruppe CopwatchLE ans Mikrofon, welche sich in ihrer Arbeit mit autoritären Entwicklungen, Polizeigewalt und dem Konzept von „Transformative Justice“ sowie Alternativen zur Polizei beschäftigen. Ihre Forderung ist klar: Polizei abschaffen!


Den Höhepunkt unserer Kundgebung war als Beate, die Mutter der inhaftierten Antifaschistin Lina ans Mikrofon trat und mit den Worten. „Lina ist mutig und stark. Das erwarte ich von euch auch!“ großen Applaus auf sich zog. Wir sollen uns von der Repression nicht einschüchtern lassen, ermahnte sie die Anwesenden. Wir bedanken uns sehr für deine kraftvollen und inspirierenden Worte, wir werden sie uns zu Herzen nehmen und weiter kämpfen!


Nie wieder! Den Faschismus innerhalb den Sicherheitsbehörden bekämpfen!

Wir sind alle Antifa! Wir sind alle LinX!


„Ich will, dass wir alle aufstehen, wenn Jüdinnen und Juden, wenn Roma oder Sinti, wenn Geflüchtete, wenn Menschen rassistisch beleidigt oder angegriffen werden! Ich fordere, dass die Diffamierung von Menschen und Organisationen aufhört, die entschlossen gegen rechts handeln. Was ist gemeinnütziger als Antifaschismus?“ (Esther Bejarano)